Zur sprachtheoretischen Behandlung der Ausdrucksseite der Sprachzeichen

Résumé : In den letzten Jahren entstehen im Rahmen der Cognematics / Submorphologie Ansätze zur Analyse des Signifikanten, die nicht nur einzelsprachlich und sprachenübergreifend, sondern prinzipiell auch universalistisch die im 20. Jahrhundert eindeutig dominierende Arbitraritätsthese in Frage stellen (vgl z.B. die Arbeiten von D. Bottineau). Eine ähnliche Entwicklung scheint am Anfang des 19. Jahrhunderts zu beobachten zu sein. Dort wird im Rahmen allgemeingrammatischer Sprachtheorien eine Position entwickelt, in der Laute und Lautfolgen / Buchstaben und Buchstabenfolgen - als generell motiviert angenommen und ihnen begrifflich-semantische Werte zugeschrieben werden. Diese bei manchen Sprachtheoretikern, z.B. A.F. Bernhardi (bes. 1803), recht weit ausgebildete Position findet sich dann nicht nur in manchen späteren allgemeingrammatischen Ansätzen wieder, sondern auch in einigen frühen Schriften der historisch-vergleichenden Sprachtheorie. Ein derartiger Ansatz stellt ebenfalls, zumindest im Vergleich zu den vorangehenden allgemeingrammatischen Theorien einen Umbruch in der Behandlung der Ausdrucksseite der Sprachzeichen dar, denn dort entspricht generell der konzeptuelle Inhalt deren eigentlichem Wert, deren "Seele", während die sie ausdrückenden ‚materiellen' Elemente außerhalb der Bezeichnungsrelation nur "lähre Töne" und die Relation Zeichen - Bezeichnetes grundsätzlich ein Produkt der menschlichen "Willkühr", im Sinne von Übereinkunft, ist (z.B. Breitinger 1740: 13-14, der sich hier auf die entsprechende rationalistische Tradition stützt). Ich möchte in meinem Vortrag untersuchen, wie es Anfang des 19. Jhs. zu diesem Umbruch in der Behandlung des Signifikanten kommt und wie sich dieser inhaltlich gestaltet. Darüber hinaus könnte - wenn zeitlich möglich - die Frage nach Ähnlichkeiten und Unterschieden dieser Entwicklung mit derjenigen in der modernen Sprachtheorie gestellt werden.
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Communication dans un congrès
XXIV. Internationales Kolloquium des "Studienkreis 'Geschichte der Sprachwissenschaft'" (SGdS), Potsdam, August 2013 METASPRACHLICHE EFLEXION UND DISKONTINUITÄT WENDEPUNKTE RISENZEITEN UMBRÜCHE, Aug 2013, Potsdam, Germany
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Contributeur : Friederike Spitzl-Dupic <>
Soumis le : mardi 9 septembre 2014 - 09:49:04
Dernière modification le : mercredi 29 novembre 2017 - 15:01:56

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Friederike Spitzl-Dupic. Zur sprachtheoretischen Behandlung der Ausdrucksseite der Sprachzeichen. XXIV. Internationales Kolloquium des "Studienkreis 'Geschichte der Sprachwissenschaft'" (SGdS), Potsdam, August 2013 METASPRACHLICHE EFLEXION UND DISKONTINUITÄT WENDEPUNKTE RISENZEITEN UMBRÜCHE, Aug 2013, Potsdam, Germany. 〈hal-01062024〉

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